Bäume sind perfekt an ihren natürlichen Standort angepasst

Bei der Planung und Umsetzung von urbanen Baumstandorten werden keine Probleme auftreten, solange die Planer nicht vergessen, dass Bäume von Natur aus Waldbewohner sind.

Was ist der natürliche Lebensraum des Baumes?

Der Wald ist das natürliche Habitat des Baumes. Nur wenn die richtigen Grundvoraussetzungen geschaffen werden, kann er auch in der Stadt ein hohes Alter erreichen. Im Laufe seiner Evolution hat sich das Lebewesen Baum immer neuen und teilweise extremen Standortbedingungen und Umwelteinflüssen anpassen müssen. Diese Entwicklung ist dabei eng an die Bodenbedingungen des Baumstandortes geknüpft.

Mit ihren Wurzeln, die ausgedehnte Systeme bilden, durchdringen sie den Boden und wenden sich gezielt Bereichen zu, die ihren Ansprüchen hinsichtlich Durchlüftung, Feuchtigkeit, Nährstoffverfügbarkeit und pH-Wert entsprechen.

 

Was macht den Lebensraum Wald so besonders?

Wälder sind komplexe Ökosysteme mit optimaler Ressourcenausnutzung und eigenem Mikroklima. Sie bieten dem Baum alles was er zum Leben braucht. Wenn man Waldboden genauer betrachtet erkennt man schnell, dass er vor allem in den oberen Schichten sehr locker, luftig, leicht und voller Leben ist. Die Wurzeln haben genug Raum um sich in alle Richtungen auszubreiten.

 

Neben allen Unterschieden haben Stadt und Wald aber auch Gemeinsamkeiten. Klassische Baumprobleme, wie sie aus der Wald- oder Forstwirtschaft bekannt sind, treten nämlich auch in der Stadt auf und geben dem Stadtplaner Lösungen an die Hand. So werden im Wald z. B. beim maschinellen Holzrücken zum Teil schwere Schäden am Waldboden durch Bodenverdichtung verursacht.

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In verdichteten Böden können Wurzeln nicht wachsen. Darum greifen viele Forstbetriebe heute wieder auf Rückepferde zurück, die im Gegensatz zu den modernen aber schweren Forstmaschinen praktisch keine Bodenschäden verursachen. Ähnliches ist auch aus der Landwirtschaft bekannt. Pflanzen wachsen am besten in gut durchlüfteten Böden.

Welche Bedingungen bietet die Stadt dem Baum?

In der Stadt ist es nicht möglich einem Baum all die Aspekte der natürlichen Lebensbedingungen eines Waldes zu bieten. Sowohl die Bodenverhältnisse als auch die Luftbedingungen unterscheiden sich dort wesentlich von denen in der Stadt.

 

In urbanen Bereichen ist mit beengtem Wurzelraum, schlechteren Bodenverhältnissen, Immissionen, erhöhter Sonneneinstrahlung oder trockenheitsbedingtem Wassermangel sowie diversen weiteren Stressfaktoren für den Baum zu rechnen. Werden aber durch den Menschen die richtigen Bedingungen geschaffen, können Bäume auch im städtischen Siedlungsraum überleben.

Wie kann ein Stadtbaum ein hohes Alter erreichen?

Um die Vitalität des Baumes und seine gesunde Entwicklung dauerhaft zu gewährleisten, müssen bestmögliche Voraussetzungen für ihn geschaffen werden. Entscheidend dabei ist, dass nur ein Gleichgewicht von ober- und unterirdischen Baumorganen zu einer optimalen Entwicklung des Baumes führt.

 

Eine Störung oder Schädigung in einem der Baumbereiche, z. B. durch Wurzelschäden infolge von Bodenverdichtungen bei Tiefbauarbeiten, kann zu einer langfristigen, oft auch zeitlich verzögerten und nachhaltigen Schädigung der korrespondierenden Organe führen. Negative Faktoren, wie beispielsweise ein stark begrenztes Wasser- und Platzangebot muss bereits während der Planungsphase von Baumpflanzungen entgegengewirkt werden.

 

Wenn in der Stadt moderne Pflanzsysteme nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen eingesetzt werden, die richtigen Arten gepflanzt und die verschiedenen Planer, Behörden und Stellen interdisziplinär zusammenarbeiten, kann auch ein Stadtbaum ein hohes Alter erreichen.