"Mobiles" Grün in der Stadt: Anforderungen an Pflanzkübel und Bepflanzung

Vielen Städten mangelt es an Freiflächen, die es für neue Parks, Grünanlagen und Gärten bräuchte. Deshalb wird im Zuge der Stadtbegrünung immer häufiger auf mobile Lösungen gesetzt. Denn die erlauben es den Städten, selbst in dicht bebauten Vierteln ein Stück Natur unterzubringen. Entscheidend ist aber die Auswahl der Gefäße und passender Pflanzen.

 

Mobiles Stadtgrün – die Lösung für naturferne Standorte

Urbane Räume stellen sowohl Pflanzen als Projektleiter für die Stadtbegrünung für schwierige Aufgaben. Denn Gebäude, Straßen, Plätze und Fußgängerzonen bedeuten versiegelte Böden und wenig Raum für die Entfaltung naturnaher Flächen. Um neues Grün zu pflanzen, sind deshalb vielfach Eingriffe in die städtische Infrastruktur notwendig.

 

 

Solche Maßnahmen sind entweder enorm teuer oder aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Zumal bei dem knappen Platzangebot in den Städten verschiedene Nutzungen und Interessen berücksichtigt werden müssen.

 

Standorte, die gute Voraussetzungen für Neupflanzungen beziehungsweise zusätzliche Grünflächen mit sich bringen, sind somit meist rar. In vielen Fällen entstehen sie, wenn größere Bauprojekte wie Erneuerungsarbeiten an Straßen vollzogen werden.

Die kurzfristig umsetzbare Alternative für die Bepflanzung stellen somit mobile Lösungen wie Pflanzenkübel dar, welche je nach Größe und Volumen mit Blumen, Stauden oder einzelnen Bäumen bepflanzt werden können.

 

Doch nicht jeder Topf und nicht jede Pflanze eignet sich gleichermaßen für die Stadt. Um eine nachhaltige Begrünung zu gewährleisten, müssen diese einige Anforderungen erfüllen.

 

Pflanzenkübel mit Palme

 

Kübelbepflanzung im öffentlichen Raum: Die Vorteile

Die Gründe, die für eine Kübelbepflanzung im innerstädtischen Bereich sprechen, sind vielfältig und reichen von ästhetischen bis hin zu klimatischen Faktoren. Zu den wichtigsten zählen unter anderem folgende:

  • Innenstädte eignen sich nicht oder nur unter bestimmten Umständen für Neupflanzungen. Mit Hilfe von Kübelpflanzen können sie dennoch bepflanzt werden – ohne kostenintensive Eingriffe in das bauliche Umfeld.
  • Das Stadtbild wird dank ansprechender Gefäße und Pflanzen optisch aufgewertet und somit attraktiver, sowohl für die Bürger als auch für die Besucher der Stadt.
  • Ausreichend große Kübelpflanzen spenden Schatten, verbessern die Luft und tragen insbesondere in den heißen Sommermonaten zu einem angenehmen Stadtklima in der näheren Umgebung bei.
  • Pflanzengefäße verleihen dem öffentlichen Raum Struktur und können als Sperr- und Abgrenzungselement dienen, beispielsweise zwischen Straßen und Bürgersteigen.
  • Pflanzenkübel sind mobil und können bei Bedarf schnell und einfach entfernt und an neuen Standorten positioniert werden.

 

Die Pflanzengefäße: Darauf kommt es bei der Kübelwahl an

Die Wahl der richtigen Pflanzengefäße ist äußerst wichtig. Diese sollten ebenso optisch überzeugen wie funktional und langlebig sein. Dank eines breiten Angebots lassen sich vornehmlich praktische Kriterien wie Größe, Robustheit und Transportierbarkeit ohne Schwierigkeiten mit verschiedenen ästhetischen Vorstellungen verbinden.

 

Die Größe und das Volumen: Spielen insbesondere dann eine wesentliche Rolle, wenn beispielsweise größere Pflanzen wie Sträucher und Bäume gepflanzt werden sollen. Denn deren Wurzelwerk benötigt ausreichend Raum, um gesund zu wachsen, sich fest in der Erde zu verankern sowie um genug Nährstoffe beziehen zu können.

 

Das Wassermanagement: Hochwertige Pflanzenkübel sind mehr als nur ein Gefäß und verfügen oftmals über eine spezielle Ausstattung für ein einfaches, effizientes und kostensparendes Wassermanagement bei Kübelpflanzen im städtischen Gebiet.

Beispiele dafür sind etwa Rohre für den Ein- und Ablass von Wasser, Wasserstandsanzeiger, Regenwasser-Überläufe, Bewässerungsmatten oder sogar ganze, integrierte Bewässerungssysteme.

Die Winter- und Dauerfestigkeit: Bezieht sich auf die Robustheit und Widerstandsfähigkeit des Pflanzenkübels gegenüber äußeren Einflüssen wie Nässe und Kälte. Soll die Bepflanzung immergrün sein und auch im Winter im Freien bleiben, muss der Pflanzenkübel ebenso winterfest sein.

 

Das Gefäßmaterial darf zu diesem Zweck nur möglichst wenig Wasser aufnehmen. Ansonsten sorgt der Frost dafür, dass die Oberfläche abblättert oder rissig wird. Geeignet sind vor allem Modelle aus Metall (z.B. Stahl), aber auch Pflanzkübel aus Steinzeug, speziellen Hölzern, Ton und Kunststoff können winterfest sein.

 

Aufbau eines Pflanzenkübels

Das Gewicht: Schon aus Sicherheitsgründen muss das Gewicht der Kübel berücksichtigt werden, insbesondere bei Standorten auf bedingt tragefähigen Konstruktionen. Ansonsten ist es vor allem für die Transportmöglichkeiten des mobilen Grüns ein entscheidender Faktor. Hierbei geht es nicht zuletzt auch um den zeitlichen Aufwand und die Kosten für einen Transport.

 

Die Transportvorrichtungen: Hebe-Ösen und ein robuster Anfahrschutz (zum Beispiel durch materialverstärkte Ecken, Boden- und Seitenleisten) sorgen dafür, dass das mobile Stadtgrün einfach und schonend an den vorgesehenen Standort transportiert, platziert und bei Bedarf wieder ohne großen Aufwand an einen anderen Ort befördert werden kann.

 

Die Vorrichtungen erlauben außerdem mehr Flexibilität bei der Auswahl der Fahrzeuge (Gabelstapler, Kran etc.), die so situationsbedingt angepasst werden kann.

 

Die Reparaturmöglichkeiten: Ursachen für Beschädigungen gibt es viele, am häufigsten ist im städtischen Bereich mit Vandalismus und Unfällen durch Kraftfahrzeuge zu rechnen. Hinzu kommen äußere Einflüsse wie Kälte, Hitze oder Niederschläge.

 

Gänzlich verhindern lassen sich Schäden und Abnutzungen somit nicht. Neben robusten Materialien bieten modulare Gehäuse eine Möglichkeit, um die Reparaturkosten niedrig zu halten. Mit einer solchen Lösung können bei Bedarf die beschädigten Einzelteile separat ausgetauscht werden.

 

Das Design: So ansprechend wie möglich und passend zur jeweiligen Umgebung – das sind die Kriterien für Pflanzgefäße, die im öffentlichen Raum wirklich für eine optische Aufwertung sorgen. Mit verschiedenen Designs und individuellen Anpassungsmöglichkeiten lassen sich Pflanzenkübel harmonisch in das Stadtbild einfügen.

Einen besonders attraktiven Blickfang stellen zudem Kübelmodelle dar, die mit individuell wählbaren Deko-Elementen und Schriftzügen verziert sind. Stadtwappen, eine Grußformel oder einfach der Name der Stadt oder des Viertels leisten nicht nur einen wertvollen Beitrag für die Identifikation, sondern zugleich für das Stadtmarketing.

 

Anforderungen an die Bepflanzung: Das richtige Grün für die Stadt

Was für die Gefäße gilt, muss auch bei der Auswahl der Pflanzen berücksichtigt werden: Diese müssen ebenfalls einige Anforderungen erfüllen, um im innerstädtischen Bereich möglichst lange zu gedeihen und somit das Stadtbild nachhaltig zu schmücken. Besondere Beachtung sollte bei der Pflanzenwahl den folgenden Aspekten geschenkt werden:

 

  • Temperaturempfindlichkeit der Pflanzen – diese sollte mit den Temperaturen am geplanten Standort verträglich sein.
  • Der Lichtbedarf – die Licht- und Schattenverhältnisse am Standort sollten den Lichtbedarf der Pflanzen im richtigen Maß decken, also weder zu viel noch zu wenig direkte Sonneneinstrahlung bieten.
  • Der Wasserbedarf – je nach Niederschlagsmenge am Standort und dem jeweiligen Wasserbedarf der Pflanzen variiert das Ausmaß der für das Erhalten der Pflanzen notwendigen Bewässerung.
  • Die Lebensdauer – Pflanzen, die jede Saison ersetzt werden müssen, bedeuten langfristig gerechnet einen höheren Arbeits- und Kostenaufwand als langlebige Arten.

Aufbau eines Pflanzenkübels

 

Optionen für die Bepflanzung: Wechselflor, Stauden oder Bäume?

Die Wechselflorbepflanzung mit Blumen hat in vielen Städten eine lange Tradition und ist sowohl bei Stadtbewohnern als auch Besuchern beliebt. Besonders häufig ist diese Form der Bepflanzung an historischen Orten und an Gebäuden mit offiziellem Charakter vorzufinden.

Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass etwa schnell auf Farbtrends reagiert werden kann. Die Wechselflorbepflanzung erfordert jedoch viel Arbeit und Pflege, da die verwendeten Blumen vergleichsweise empfindlich sind. Zudem müssen diese jährlich neu gepflanzt werden.

 

 

Stauden sind deutlich robuster als Blumen, schmücken das Stadtbild in der Blüte aber ebenso gut. Ein großer Vorteil besteht darin, dass die meisten Stauden winterfest und mehrjährig sind – sie müssen also nicht in jedem Jahr ersetzt werden.

Der einzige potenzielle Nachteil: Das Farbenspiel der Blüten bleibt dann längerfristig dasselbe, es gibt also keine große Abwechslung.

 

Bäume haben sich als Topfpflanzen in Städten längst als beliebte Alternative zu Blumen etabliert. Das liegt neben ihrer ansprechenden Optik unter anderem daran, dass sie länger leben und bei sachgemäßer Pflanzung sowie Standortwahl mit deutlich weniger Arbeit und Kosten verbunden sind.

Darüber hinaus spenden schon kleine Bäume kühlenden Schatten – wodurch sie einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung sogenannter Wärmeinseln in den Städten leisten können.

 

 
53890 Bepflanzter Kübel mit Sitzgelegenheit

 

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