Wassermanagement: Regenwasser im urbanen Raum sinnvoll nutzen

Bild eines regengefluteten Parks
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Extremwetterverhältnisse treten durch den Klimawandel immer häufiger in Erscheinung und stellen Kommunen damit vor eine Herausforderung, die nach einer nachhaltigen Lösung verlangt. Einerseits gilt es, das städtische Grün während Dürreperioden mit ausreichend Wasser zu versorgen, andererseits braucht es vorbeugende Maßnahmen für den Überschwemmungsschutz. Kommunales Regenwassermanagement hilft in beiden Fällen.

 

Städte im Klimawandel

Der Klimawandel ist ein globales Phänomen. Doch an manchen Orten macht er sich besonders bemerkbar, wie zum Beispiel in dicht bebauten Städten und Ballungsgebieten. Durch die weitgehend versiegelten Flächen führen extreme Wetterverhältnisse wie andauernde Hitze und Starkregen dort zu noch schwerwiegenderen Auswirkungen:

 

  • Die bodennahe Lufttemperatur erhöht sich aufgrund der versiegelten Böden überdurchschnittlich stark. Dieser sogenannte Wärmeinseleffekt führt dazu, dass die Temperaturen an heißen Sommertagen in manchen Städten um mehr als 10 °C höher liegen als in ihrem grün bewachsenen Umland – dadurch steigt hier auch die Zahl der jährlichen Tropentage (+ 30 °C) besonders schnell an. Für die städtische Bevölkerung und Fauna bedeutet dies häufiger Hitzestress.
  • Der durch den Klimawandel ohnehin seltener vorkommende Niederschlag kann wegen der versiegelten Böden nicht versickern. Die Böden, aus denen Bäume und unter natürlichen Umständen ihr lebensnotwendiges Wasser beziehen, sind daher dürr und trocken. Ergänzend zum Hitzestress kommt für viele Pflanzen daher Trockenstress als zusätzliche Belastung hinzu.
  • Neben ausgedehnten Trockenperioden häufen sich auch Starkregenereignisse. Da die versiegelten Böden den Regen am Versickern hindern, sammeln sich überirdisch große Mengen Wasser an. In Innenstädten kommt es daher deutlich häufiger zu Überschwemmungen als in ländlichen Gebieten.

 

Insbesondere für Stadtkommunen stellt sich somit die Frage, wie mit dem Wechsel aus Regenmangel und -überschuss umgegangen werden soll. Einerseits, um das das Stadtgrün auf nachhaltige Weise mit Wasser zu versorgen und andererseits, um die städtische Infrastruktur und Bevölkerung vor Hochwasser zu schützen.

 

Retention & Regenwassernutzung: Möglichkeiten und Vorteile

Regen ist eine wertvolle, natürliche Wasserquelle, die viel Potential bietet, um Städte und Kommunen an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen und dadurch langfristig nachhaltiger zu gestalten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass anfallender Regen nicht schlichtweg durch das Kanalisationsnetz abgeleitet, sondern gesammelt und gespeichert wird – im Fachjargon ist dabei von Retention die Rede.

 

 

Eines der häufigsten Ziele, das Kommunen im Rahmen der Regenretention verfolgen, ist die Entlastung der Kanalisation: Zum einen ist die Erweiterung beziehungsweise der Neubau von Kanalsystem sehr zeit- und kostspielig. Zum anderen hält jeder rückgehaltene Tropfen Regenwasser Kanalkapazitäten frei, wodurch das Risiko einer Überschwemmung sinkt. Darüber hinaus bietet das gespeicherte Wasser noch den Vorteil, dass es für eine spätere Nutzung zur Verfügung steht.

Hierzu bestehen zahlreiche Möglichkeiten:

 

 

Bild einer überschwemmten Straße mit Verkehr

 

  • Wasser für Grünflächen und Stadtpflanzen: Bäume und sonstiges Stadtpflanzen sind aufgrund des Klimawandels immer stärker auf eine künstliche Bewässerung angewiesen. Diese können mit rückgehaltenem Wasser auf unterschiedliche Weisen bewässert werden, wie etwa mithilfe von Tankfahrzeugen oder automatischen Bewässerungssystemen.
  • Verbesserung des Kleinklimas: Anstatt Regenwasser von Straßen und Gebäuden in die Kanalisation zu führen, kann es in oberirdische Retentionsbecken geleitet werden, zum Beispiel in natürliche oder künstlich angelegte Gräben und Mulden. Die natürliche Verdunstung des Wassers sorgt an heißen Sommertagen für eine kühlende Wirkung und trägt somit zu einem angenehmen Kleinklima bei. Ein ähnlicher Effekt lässt sich auch mit begrünten Gründächern erzielen.
  • Verwendung in Gebäuden: Regenwasser ist zwar nicht als Trinkwasser geeignet, ist aber zum Beispiel in Form von Sanitärwasser für Toilettenspülungen oder für den Betrieb Klimaanlagen nutzbar.
  • Brauch- und Löschwasser: In größeren Industriebetrieben wird Brauch- und Löschwasser oft in sehr hohen Mengen benötigt. Die Verwendung von Retentionsbecken und Regenwasser ermöglicht hier, den Verbrauch an Frischwasser drastisch zu reduzieren.
  • Weitere kommunale Anwendungen: Zum Beispiel kann Regenwasser im Rahmen des Winterdienstes oder bei Straßenreinigungen, Kanalspülungen und Fuhrparkreinigungen genutzt werden – überall dort, wo keine Trinkwasserqualität vonnöten ist.

 

Nicht zuletzt bietet die Regenwassernutzung den Vorteil, dass der Verbrauch von Trinkwasser auf kommunaler Ebene reduziert werden kann.

 

Bewässerungssysteme für Stadtbäume – mit Regenwasser

Ohne künstliche Bewässerung fehlt es vielen Stadtbäumen an lebensnotwendigem Wasser, insbesondere, wenn die Flächen rund um den Baum größtenteils versiegelt sind und somit kaum selbstständig Regenwasser aufnehmen können. Gerade in den heißen Sommermonaten führt da oft kein Weg um eine regelmäßige Wassergabe, die allen voran in Großstädten, jedoch aufwendig und mit hohen Kosten verbunden.

 

Automatische Bewässerungssystem mit integrierten Retentionsbecken reduzieren sowohl den Aufwand als auch die laufenden Kosten. Denn in ihren Rückhaltebecken sammelt sich bei Regenfall Wasser an, das anschließend nur tröpfchenweise an den Baum abgegeben wird. Auf diese Weise können Stadtbäume, je nach Volumen des Wasserbehälters, selbst über längere Trockenperioden mit Wasser versorgt werden.

 

Die neu entwickelte Tankbank® von Humberg Baumschutz ist Stadtmobiliar und Wassertank in einem. Die Bank überzeugt optisch mit modernem Design und lädt Passanten mit seiner großzügigen Sitzfläche zum Verweilen. Dass ein Wassertank im Inneren der Bank steckt, ist nicht ersichtlich.

 

Die Befüllung der Tankbank® erfolgt über eine große, leicht zugängliche Öffnung. Abgegeben wird das Wasser wieder tröpfchenweise. Dank der rein oberirdischen Montage ist die Bank zudem flexibel einsetzbar. Ein Standortwechsel ist jederzeit möglich und sowohl neu gepflanzte als auch Bestandsbäume lass sich mit der praktischen Tankbank® bewässern.

 

 

Bild einer Tankbank von Humberg Baumschutz

 

Bildquellen

Bild 1 © Adobe Stock, Ann Strzyhekin # 126653544

Bild 2 © Adobe Stock. Aleksandr Lesik # 283295928

Bild 3 © Humberg Baumschutz

Bild 4 © Humberg Baumschutz

Bild 5 © Humberg Baumschutz

 

Quellen

Bundesverband für Betriebs- und Regenwasser e.V. (2019): Regenwasser sammeln und nutzen

https://www.fbr.de/epaper/epaper-Information_fuer_Kommunen/#0

Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Abt. Stadtklimatologie (o. D.): Der Wärmeinseleffekt (UHI)
https://www.stadtklima-stuttgart.de/index.php?klima_waermeinsel

Umweltbundesamt (2019): Untersuchung der Potentiale für die Nutzung von Regenwasser zur Verdunstungskühlung in Städten
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2019-09-16_texte_111-2019_verdunstungskuehlung.pdf