Wurzelwachstum

Kalyptra, die Wurzelspitze

Wurzeln benötigen zur Zellteilung Sauerstoff und wachsen aufgrund ihrer flexiblen Spitze an Dichtegrenzen des Bodens entlang, stets in weniger verdichtete Substratschichten hinein. Bodenbereiche, die sowohl Mittelporen zur Wasser- und Nährstoffversorgung als auch Grobporen zur Sauerstoffversorgung in ausreichendem Maße enthalten, sind dabei für das Wurzelwachstum am förderlichsten. 

Wurzeln benötigen im Boden genügend Raum

Bäume benötigen nicht nur eine volle, gesunde Krone, sondern auch das Volumen der unterirdischen Versorgungsorgane muss in einem ausgewogenen Verhältnis zu ihrem oberirdischen Pendant stehen. Von der Gesundheit und Funktionsfähigkeit der Wurzeln hängt nämlich die Existenz des gesamten Baumes ab. Die Faustregel besagt: Ein Baum benötigt für eine gesunde Versorgung unterirdisch das selbe Wurzelvolumen wie ihm oberirdisch an Kronenvolumen zur Verfügung steht.  

Wurzelbelüftung ist für Bäume überlebenswichtig!

Je mehr Sauerstoff ein junger Baum in seiner Anwuchsphase hat
und je mehr Zugang er zu Bodenbereichen mit wurzelgerechten Konditionen bekommt, umso größer ist die Chance, dass er anwächst und sein volles Potenzial in der Zukunft erfüllen kann.

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Es ist weit verbreitet, dass Bäume - wie andere Pflanzen auch – zum Leben genügend Wasser, Nährstoffe und Platz brauchen. Seit Jahrtausenden ist die Wichtigkeit des Pflügens im Ackerbau bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, wie sehr die Gesundheit eines Baumes vom Vorhandensein von genügend Bodensauerstoff abhängt.
Das Wachstum von Pflanzen wird durch die im Verhältnis knappste Ressource (Wasser, Licht etc.) eingeschränkt. Diese Ressource wird als Minimumfaktor bezeichnet. Liegt ein solcher vor, hat es keinen Einfluss auf das Wachstum der Pflanze, wenn eine Ressource hinzugegeben wird, die bereits im benötigten Umfang vorhanden ist. Wie sehr ein Bodensubstrat auch Wasser und Nährstoffe in sich trägt, ohne ausreichend Sauerstoff können diese von den Wurzeln nicht aufgenommen werden.
Das Wurzelsystem dient, neben der Nährstoff- und Wasserversorgung des Baumes, seiner festen Verankerung im Boden und ist somit in Städten für die Verkehrssicherheit eines Baumes von zentraler Bedeutung. Ist diese nicht mehr gegeben, kann ein alter, mehrere Tonnen schwerer Baum, schnell zu einer großen Gefahr werden.
Lässt es die angrenzende Bebauung zu sollten deshalb auch – abgesehen von einem geeigneten Substrat und einer angemessenen Pflanzgrubengröße – die angrenzenden Bodenbereiche so strukturiert sein, dass sie ausreichend durchwurzelbaren Raum für einen wachsenden Baum bieten.  Die Wurzeln der meisten Baumarten bevorzugen Standorte, an denen sie einen gut durchlüfteten und biologisch aktiven Boden vorfinden. Verdichtung des Bodens, die Verwendung ungeeigneter Pflanzsubstrate und / oder ein zu geringer Bodengasaustausch durch Oberflächenversiegelung sind die Hauptgründe für Schäden an Stadtbäumen.

Faktoren für Wurzelschäden sind:

  • Sauerstoffmangel im Boden
  • ein viel zu geringer Wurzelraum
  • Verletzung der Wurzeln
  • (z. B. durch Baumaßnahmen)
  • Wassermangel und Wasserüberschuss
  • ungünstiger pH-Wert des Bodens
  • Eintragung und Anreicherung schädlicher,

    wurzeltoxischer Stoffe in den Baumstandort

    (z. B. Streusalz, Motoröl, Hundekot, Urin etc.)

Folgen von Wurzelschädigung:

  • Minderung der Vitalität

  • Anfälligkeit für Krankheiten
  • verkürzte Lebenserwartung
  • Beeinträchtigung der Standsicherheit

 

Die Wurzelatmung

Die Räume zwischen den festen Bodenpartikeln sind, sofern sie kein Wasser enthalten, mit Luft gefüllt. Die Wurzeln verbrauchen Sauerstoff (O²) und geben ihrerseits für sie schädliches Kohlendioxid (CO²) an den Boden ab. Fällt der Sauerstoffgehalt im Gasgemisch des Bodens unter ca. 10 %, hören die Wurzeln auf zu wachsen und beginnen abzusterben. Darum muß – für eine gesunde Entwicklung des Baumes – der Bodengasaustausch stets gewährleistet sein.  

 

 

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